JazzClub Singen

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Mi 3. Juli 2024 - 20:30 - GEMS

© Katja Mahall

Die Enttäuschung *Music Minus One*

Rudi Mahall (Bassklarinette), Axel Dörner (Trompete), Jan Roder (Bass), Michael Griener (Drums)

Sieben Stücke von Rudi Mahall (Klarinetten), fünf von Axel Dörner (Trompete), zwei von Jan Roder (Bass), drei von Michael Griener (Schlagzeug), macht insgesamt 17 Stücke. Die sind auf der CD *Music Minus One* (Two Nineteen Label) drauf und von unterschiedlicher Anmutung.

Mahall favorisiert leicht Verschobenes, aber im Ganzen Schwunghaftes, einen die Oberstube einbeziehenden Schwank. Dörner hat die Tendenz, was sich in Titeln wie *verlacht* oder *versagt* andeuten mag, zum Elaborieren und zur Fragmentierung, vielleicht sogar zur Strenge. Roder verkeilt im insgesamt klassisch eingeteilten *Also* die Stimmen, ohne je an Puls zu verlieren, und Griener neigt wie Mahall zum Spielerischen - sehr catchy sein *Soderla*, das einen Hit abgeben könnte, aber wahrscheinlich doch nur im Spartensender.

Der Albumtitel soll, ganz US-Jazzschule, zum Mitmachen animieren, was aber nur für Fortgeschrittene gelingen dürfte, weil das Musizierniveau doch hoch, und weil so geschlossen, wie sich das Quartett darstellt, kein Fitzelchen an Fremdkörper daneben passt.

Die Enttäuschung gibt es seit 1994; die Band eint immer noch, das merkt man den Stücken an, die Bewunderung für Monk. Die vier Herren, jeder für sich schon ein Kapitel deutscher Jazz- und Improvisationsmusik, schöpfen tief aus der Geschichte und fegen die Regeln der Kunst virtuos schlitzohrig beiseite. Oder schlitzohrig virtuos, je nach Thema. Schon heute legendär: die Neuinterpretation sämtlicher Kompositionen von Thelonious Monk, die Die Enttäuschung zusammen mit Altmeister Alex von Schlippenbach auf drei CDs eingespielt und auch in Singen vorgeführt hat.

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Ak 23, Swr2Kk 22, Vvk 22, Mtgl 20, Sch/St/Az 10 €

Reservierung: karten@jazzclub-singen.de